Was passiert hier?

Freimuth Eigenbier gibt unaufgefordert Tipps, macht manchmal Cartoons, fotografiert wild in der Gegend rum und ist ferner ein Genie der Alltagslyrik. Kann auch vorkommen, dass er von sich selbst oder über Medienkram schreibt.

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Dienstag, 8. Dezember 2009

IÜV: Erbrechen bis zum Neumond

Normalerweise leide ich ja sehr an dümmlicher Neubetitelung von Filmen oder Büchern nach deren Übersetzung. Im Falle der Enthaltsamkeitssaga mit Vampiroberfläche der Mormonin Stephenie Meyer, helfen die kalauernden Übersetzungstitel aber, die Dümmlichkeit des Werks bereits auf dem Buchdeckel zu erkennen:
"Bis(s) zum Morgengrauen", "...zur Mittagsstunde", "...zum Ende der Nacht"
Schlimmer geht's zwar immer, aber in diesem Falle kaum. Aber es hilft ja, zu erkennen, was den Leser erwartet. Inhaltlich aber auch irgendwie Unsinn, schließlich geht's ja in den Büchern darum, dass der Herr Vampir den schönen Schwan (Bella Swan! Wie dumm kann man seine Figuren denn noch nennen!) eben ewig lange nicht beißt. Und nicht ständig, zu jeder erdenklichen Tages- oder Nachtzeit.

Was nun den Film angeht, der jetzt schon was länger läuft:
Wie auch schon bei den Dan-Brown-Verfilmungen stellt sich keinerlei kognitive Dissonanz beim Lese- /Glotzvieh ein, wenn der "Blockbuster" plötzlich anders heißt als der "Bestseller" in deutscher Übersetzung.

Und noch was zum Twilight-bedingten Vampirhype:
Eine Mitfahrerin im Regionalschienenverkehr las gestern neben mir ein Buch mit dem Titel "Vampire sind zum Küssen da" -- von einer Katie MacAlister (englisch / deutsch).
Diese Dame kommt übrigens aus der Gegend, in welcher "Twilight" spielt, aber das tut jetzt nischt zur Sache-- wichtiger ist: sie hat sich nicht nur mit vor allem mit Liebesromanen einen Namen gemacht, darunter auch mit "paranormal romance" --zu dem Genre gibt's tatsächlich nen Wikipedia-Artikel! Darein würde ja auch die Meyer'sche Trilogie fallen. Auf deutsch würde man das wohl als "Mystery Love-Story" ...äh... übersetzen. (Die Problematik der Genrebezeichnung "Mystery" wäre eigentlich nen eigenen Artikel wert.)
Zurück zu Frau MacAlister:
Nach kurzer Recherche stellte ich nämlich fest, der genannte Titel ist noch einer der weniger blöden unter den deutschen Übersetzungen ist:
Blind Date mit einem Vampir
Küsst du noch oder beisst du schon?
Kein Vampir für eine Nacht
Vampir im Schottenrock
Vampire sind zum Küssen da
Ein Vampir kommt selten allein

...auf Englisch sind sie aber auch nicht viel besser (welcher davon welcher ist, ist ja egal, was?):

A Girl's Guide To Vampires
Sex and the Single Vampire
Sex, Lies, and Vampires
Even Vampires Get the Blues
The Last of the Red Hot Vampires
Zen and the Art of Vampires
Crouching Vampire, Hidden Fang

Ich hab einfach mal die Titel verlinkt auf welche angespielt wird. Zwar bin ich ein Freund von Referenzialität, aber manchmal hört der Spaß an der Postmoderne auch auf.
Naja wenn ich recht überlege, gefallen mir die englischen Origianltitel doch noch ein ganz klein wenig besser. Mal ehrlich: "Küsst du noch, oder beißt du schon?"
Weder noch, nur am kotzen.*


*Und so schließt sich der Kreis (zum Titel), in diesem doch ziemlich konfusen Text.



Sonntag, 24. Mai 2009

Zum Thema Eurovision

Zunächst mal ein kurzer Abriss der deutschen Teilnahmegeschichte an dem Wettbewerb, welcher früher einmal Grand Prix de la Chanson hieß, und daher in Deutschland immer noch "Grand Prix" genannt wird. Inzwischen heißt er längst in der allgemeinen Englischseligkeit "Eurovision Song Contest", wobei die Franzosen und andere Francophone wahrscheinlich immer noch Grand Prix de la Chanson dazu sagen.
Seit die Schlagersängerin Nicole 1982 mit dem von ihm geschriebenen Lied "Ein Bisschen Frieden" den Wettbewerb gewann, war Ralph Siegel als deutscher Grand Prix-Komponist gebucht; zumindest glaub ich das irgendwie. (Moment: er hat insgesamt 19 Grand Prix-Songs verfasst, drei mal für Luxemburg, einmal für die Schweiz, dieses Jahr für Montenegro und die übrigen Male für Deutschland, vor Nicole 4mal, danach 9mal)
Sowohl die Punktevergabe im eigentlichen Wettbewerb als auch der Modus der deutschen Vorauswahl veränderte sich, Telefonabstimmung, Juryentscheid, mal so mal so.
Seit dem Sieg 1982 variierte die Platzierung der deutschen Teilnehmer stark, und in den 90ern wurde die Veranstaltung fast nur noch als Witz gesehen. 1998 schließlich gewann der leicht ironische Post-Schlagersänger Guildo Horn mit einem Lied aus der Feder Stefan Raabs (unter dem Pseudonym Alf Igel) und erreichte im eigentlichen Wettbewerb den 7. Platz.
Danach glaubten unter anderem Rudolf Mooshammer und Big Brother-Teilnehmer Slatko am Vorentscheid teilnehmen zu müssen. Raab nahm selbst noch mal teil (2000), und sein Protegé Max Mutzke konnte sich 2004 im deutlich aufgejazzten Vorentscheid (in einer NDR-VIVA-Kooperation) gegen "Popgrößen" aller Couleur durchsetzen (zB. Mia, Westbam, Wonderwall, Laith-Al Deen, Scooter sowie Overground, wer erinnert sich?), leider aber nicht Europa mit seinem Auftritt überzeugen. Danach bewarben sich Pop-Sänger und -gruppen gegen Interpreten mit Schlagerhintergrund im Vorentscheid, wobei sich praktisch immer erstere durchsetzten. Die DSDS-Teilnehmerin Gracia, auch Olli Dietrichs Countryband Texas Lightning oder Schlager-Swinger Roger Cicero konnten nicht überzeugen. Nachdem die erste deutsche Castingband No Angels 2008 mit einem extrem schlechten Auftritt und einem mäßigen Lied vorvorletzter wurden verzichtete der zuständige NDR dieses Jahr ganz auf einen öffentlichen Vorentscheid und schickte den Techno-Produzenten Alex Christensen ("Du hast den schönsten Arsch der Welt") aka. U96 ("Das Boot") ins Rennen -- und der wurde mit dem Sänger Oscar Loya zusammen... genau: vorvorletzter.
Deutschland verbindet mit dem Grand Prix, so sehe ich das, ein ungeheurer Minderwertigkeitskomplex, der wie so oft, mit einer furchtbaren Selbstüberschätzung einher geht. So wurde das schlechte Abschneiden Deutschlands und die Sieger der letzten Jahre in einem perfiden Ausdruck unterschwelligen Fremdenhasses auf osteuropäische Vetternwirtschaft und Punkteschieberei geschoben, aber an der Qualität der Beiträge wurde nie gezweifelt. Schlimmer noch, keine kam auf die Idee einfach mal zu sagen: na und? Nächstes Jahr wird's besser. Wurde es so oder so aber auch nicht. Und das liegt, grob geschätzt daran, dass was in Deutschland gut läuft und populär ist, längst nicht in Europa ankommen muss: Neoswing und Neocountry zum Beispiel.
Zwar schien eine Weile alles zu gut laufen, was ethnisch-tanzmäßig angehaucht war, so die türkische Siegerin Sertab Erener oder die ukrainische Ruslana, doch dann zeigte der Grand Prix sich 2006 von seiner wohl irrsten Seite und die finnische Rockgruppe Lordi, die ihre instrumente nicht live spielen durfte und streng genommen auch gar nicht singt, gewann den Gesangswettbewerb, wohl weil sie einfach mal anders waren. Dieses Jahr schließlich setzte sich ein junger Norweger weißrussicher Herkunft durch, mit einer gefidelten Nummer, für welche man in den 90ern die Kelly Family ausgelacht hätte.
Was lernen wir daraus? Es geht im Eurovision Song Contest um die Show, um den Spaß an der Teilnahme, aber bestimmt nicht um neue Trends oder wirklich gute Musik-- unterm Strich ganz einfach um: GUTE UNTERHALTUNG. Genau die blieb 2009 ein bisschen auf der Strecke, da der spannendste Teil des Abends, die Punktevergabe nämlich, äußerst unspannend, weil deutlich verlief. Unspannend aber aber war auch das deutsche Vorgehen. Christensen im Hinterzimmer auszusuchen, war dumm. Schließlich ist der Vorentscheid eine gute Gelegenheit, eine Superunterhaltungsshow zu machen, aber das kann man wohl beim NDR nicht, zumindest nicht jenseits von Quizsendungen mit Jörg Pilawa.
So groß war die Verzweiflung, man wollte Raab ins Boot holen, was aber scheiterte. Danach diente sich Dieter Bohlen an, und Spiegel Online zimmerte auch noch nen Artikel zusammen, in dem sich Oliver Welke zu Wort meldete (warum?!) und zum dritten Mal die Zitate Raabs verwurstet wurden, die erst morgen im Print-Spiegel erscheinen. Raab wäre wohl zu teuer geworden und Bohlen wird seinen Tipps auch nicht umsonst geben. Ich aber mache das.

Zunächst mal ein Tipp für ne erfolgreiche Nummer. Ein Bollywood-angehauchtes Stück, mit englischem und deutschen Text. Vorgetragen von einer buntgemischten Gruppe, natürlich einige davon mit indischem Hintergrund.
Warum das gut wäre? Nun ja. Es wäre genau peinlich und anbiedernd genug, ein wenig dem Trend hinterher, und es wäre anders. Wenn man da ne gute Nummer zusammenschraubt oder -klaut ist definitiv die Top 5 drin. Aufgepasst, dass uns die Briten da nicht zuvorkommen, schließlich haben die imperial- und kolonialhistorisch bedingt nen Vorteil, da sie eher ne Verbindung zum indischen Kulturraum haben.

Zweiter Tipp, welcher nur bedingt damit zusammenpasst:
Einfach mal versuchen, das Optimum rauszuholen. Statt nur einer mauen Freitagabendshow, oder gar der überhaupt nicht öffentlichkeitswirksamen Hinterzimmerentscheidung eine mehrwöchige Casting-Reihe, die nicht zwingend schlecht von bisherigen Formaten geklaut sein muss. Dazu braucht man bloß Juroren und Coaches die gut in ihrem Fach sind. Man kann sogar Ralph Siegel in die Jury setzen, wenn's sein muss. Aber n richtiges Konzept hab ich noch nicht. Aber lustig wird der Grand Prix bestimmt wieder werden, nächstes Jahr. Trotz allem.

Während dieser Artikel verfasst wurde erschien auch noch diese Klage Christensens über mangelnde Unterstützung durch den NDR.

Montag, 6. April 2009

Nimm das, Bono!

Ich hab mir vorgenommen, bei nächster Gelegenheit "No Line on the Horizon", das neue Album von U2 illegal runterzuladen, nur ums dann ungehört zu löschen. Ist wie ne CD verbrennen nur ohne dafür Geld zu verschwenden. Superb.

Mittwoch, 11. Februar 2009

Wilhelminische Ironie

Als dieser noch Generalsekretär der CSU war, schrieb ich bereits schon mal über den neuen Wirtschaftsminister, Karl-Theodor [....] Freiherr von und zu Guttenberg. Und am Montag gleich noch mal. Während aber viele Medien, darunter nicht nur die BILD-Zeitung, sondern auch SPIEGELonline und die Süddeutsche einem manipulierten Wikipedia-Artikel zum Opfer fielen, und das entscheidende "[...]" nicht korrekt, sondern um einen falschen "Wilhelm" erweitert abdruckten, war der Name wo richtig zu lesen? Genau. Bei mir.

Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Wilhelm Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg

Aber auch nur, weil ich den Namen schon vor Monaten aus dem entsprechenden Artikel kopiert hatte. Krone der Ironie ist aber, dass die TITANIC in ihrer "guten Nachricht vom [gestrigen] Dienstag" auch den überlangen Namen inklusive des schwarzen Peters benutzte. Aber ironisch ist das nur weil..., oder vielleicht auch gar nicht, schließlich belegt es ja das Modell der Informationsgesellschaft, welches das endgültige Satiremagazin unlängst präsentierte:
Wikipedia zitiert aus der Presse, Presse schreibt ab von Wikipedia usw.


Freitag, 6. Februar 2009

Was haben Lily Allen und Rudolf Heß gemeinsam?

...das haben sie außerdem noch Mark Wahlberg, sowie die fiktiven Figuren Krusty the Clown und Chandler Bing gemeinsam.
Den sogenannenten "third nipple"... kling einfach besser als "dritte Brustwarze." Während mir keine Bilder von Heß vorliegen, gibt's gleich mehrere Videos, in denen Lily Allen ihren bereitwillig präsentiert.
Zu diesem Phänomen gibt's auch (bisher) keinen deutschen Wikipedia-Eintrag, aber einen englischen, spanischen, russischen und japanischen. Interessant, schließlich soll jeder 18te drei oder mehr Nippel haben. Da müssten doch auch n paar deutsche Wikipedia-Autoren dabei sein.




Mittwoch, 10. Dezember 2008

Ärger im Freiherrenhaus von und zu Guttenberg?

Wie SPIEGEL-Online schreibt, feuerte der neue CSU-"General" einen engen Vertrauten (hier):
Erst vor zwei Wochen wurde er zum Leiter der Strategieabteilung in der Parteizentrale der CSU berufen, jetzt kann ein Vertrauter von Generalsekretär Karl-Theodor zu Guttenberg seine Bürokisten packen. Der Generalsekretär feuerte den Vertrauten wegen eines 16 Jahre zurückliegenden Hitlergrußes.
Als junger Mann im Vollsuff-- der namentlich nicht genannte Mitarbeiter "will sich nicht erinnern können", kann man ja schon mal den Arm heben, was? Und das ganze photographieren. Halb so wild, oder nicht? Ist 16 Jahre her. Dem vertrauten Chef

Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg,

kurz: K-TMNJJPFJS-Freiherr-VUZ-G gefiel's nicht, schließlich, wurde sein Vorfahr Karl Ludwig Freiherr von und zu Guttenberg 1945 von der Gestapo ermordet.
Interessant ist hier zwar auch die explosive Zunahme von Adligen-Namen über kaum mehr als zwei Generationen. Für Namen mit Penislängenkompensationspotenzial hab ich mich ja schon früher interessiert. Meine persönliche Lieblingsinformation im oben (und hier noch mal) verlinkten Artikel ist aber folgende:
"Das ist 16 Jahre her. Das war eine Teenagerparty. Da muss man auch die Kirche im Dorf lassen", sagte er [der Entlassene]. Auch seine Familie sei in der Zeit des Nationalsozialismus im Widerstand gewesen.
Mit der Ausnahme der jüdischen Bevölkerung und ca. 5-6 Mann um und inkl. Adolf waren ja alle Deutschen im Widerstand.

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Gedicht im Gedächtnis an den vergangen Sommer

...welches im Sommer nicht zur Perfektion gelang, und nun doch einen Weg zur Veröffentlichung fand, mit Anmerkungsapparat und Varianten.


Auf fremden Decken sitzend,
unter unbezahlter Sonne,
fremd-finanziertes Bier
zu trinken -- das ist mir
nicht nur recht, sondern auch billig--
und bediente ich mich
solch "neudeutscher" Begriffe
wäre es auch "chillig".


___________
Anmerkungen:
Z.5 billig: ['bɪlɪç]
Z.7 Die Benutzung des Wortes "neudeutsch" in diesem Gedicht, erlaubt eine Annäherungsdatierung.
Z.8 ['tʃɪlɪç]
___________
Variante(n) (erste Fassung, Notizbuch des Dichters):
Z.2 = Z.3; Z.3=Z.2
Z.7: |ich mich |man sich
Z.8: |solch "neudeutscher" |[gestrichen:] jugendsprachlicher |neumodischer


Sonntag, 12. Oktober 2008

Die Ferres war auch da*

(oder: Die Leiden des alten R-R)

Während ich dies schreibe, vergehen die letzten Minuten der diesjährigen Verleihung des deutschen Fernsehpreises (bzw. der Ausstrahlung von deren Aufzeichnung)--still flimmernd auf meinem Fernsehschirm, und die Tatsache, dass V.F. doch noch (irgendwas) gewonnen hat, hieße mich eigentlich meinen Titel abzuändern, aber darauf verzichte ich ohne schlechtes Gewissen.

Die Oscar-Verleihung ist ja schon schwer über die volle Länge zu ertragen, eine jede der deutschen Preisverleihungen aber, die irrerweise den Academy Awards nachzueifern suchen, sind in Unwichtigkeit, im Drögesein--in allem eigentlich: schlimmer, schlimmer, schlimmer.

Dass heute praktischerweise bekannt wurde, dass Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki den Ehrenpreis der Stifter (für sein Lebenswerk oder so, welches auch, über lange Zeit, im Fernsehen erwirkt wurde) während der Gala ablehnte, verschaffte ihr vielleicht Zuschauerzahlen, die sie sonst nicht gehabt hätte. Mensch, selbst Freimuth Eigenbier schaute zu --allerdings, die meiste Zeit bei abgedrehtem Ton. Ein "Ausraster", wie ein neuerer der vielen Spiegel-Online-Artikel meint, war die Rede R-Rs nicht. Wer sich die Verleihung in Erwartung der Ablehnung anschaute konnte die Empörung nämlich verstehen, schließlich musste man sein Leiden, fast in Echtzeit, mit- und nachfühlen.
Quod licet Elke Heidenreich, licet Freimuth Eigenbier: Es war wirklich ein großer Blödsinn.

Ein kurzer Blick auf die (meisten) Kategorien, (viele der) Nominierten und auf (manche) Sieger sollte eigentlich reichen, dass zu sehen.
Marcel Reich-Ranicki aber scheint wirklich nicht gewusst zu haben, was ihn am gestrigen Abend in Köln zugemutet werden würde, sodass seine Ablehnung ebenso spontan, wie von ganzem und aus tiefstem Herzen kam --trotzdem äußerst eloquent vorgetragen wurde.
Fernsehdauerwurst und Mehrzweckwitzfigur Thomas Gottschalk, welcher den Abend moderierte konnte sich meist auf den Teleprompter verlassen, glänzte --nur sehr matt im Vergleich zu Ranicki, eher wohl: schimmerte, als er, um Deeskalation bemüht, spontan eine Diskussion(ssendung) im Fernsehen, mit ihm, mit Ranicki, mit Intendanten, anregte
Das scheint, wohl auch sehr bald, Wirklichkeit werden zu können, das Problem aber ebensowenig lösen, wie Polittalkshow das politische Geschehen ändern.** Ranickis Kritikrede wird vermutlich ein kurzer Augenblick des Guten im Schlechten (nicht des Richtigen im Falschen) bleiben-- einer mit Nachgeschmack dazu: schließlich bescherte er dem Blödsinn die Quote.


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Video-Link mit heute-Beitrag auf der Homepage des ZDF, welche aus dem sogenannten Literatur-"Papst" gar einen "Kritiker-Gott" macht. Autsch. Leider nur Schnipsel.

Bei sueddeutsche.de gibt's auch einige Artikel (dieser oder jener), aber besser noch: es gibt auch Ranicki als O-Ton. Also... äh, als Text.
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*...und hat, siehe oben, auch gewonnen.
** wie ich just im heute-journal hörte: am Freitag um 22.15h im ZDF.

Freitag, 2. Mai 2008

Väter, hört die Signale!


Schade,
...dass mir erstens dieser Titel nicht schon früher, gestern zum Beispiel, eingefallen ist.
...und dass, zweitens, ein Text zu diesem Titel nicht existiert. Der hätte sich dann schön mit den Widrigkeiten des aktuellen Kalenderjahres beschäftigen können! Ostern so früh, dementsprechend früh Karneval / Fastnacht / Fasching, auch Pfingsten! UND! Oh Graus! Eben gestern: Christi Himmelfahrt am 1. Mai -- und mit Christi Himmelfahrt für gottlose und quartalssaufende Bollerwagenpiloten eben Vatertag! Bitter, bitter, bitter.
...und noch trauriger ist, das Bild will so gar nicht passen.
Was soll's. Zurück an die Arbeit, Väter ...und Mütter! Und Sie, ja Sie! Sie fahren jetzt gefälligst mal gen Himmel auf, ja?


Donnerstag, 13. März 2008

Hypothetisches Szenario

Lägen in den sanitären Einrichtungen diverser Etablissements Gästebücher aus, so könnte man zum Beispiel solches dort niederschreiben:
"Das war das schönste Plastikefeu, welches ich jemals hinter einen Spiegel über einem Waschbecken geklemmt sah. Wirklich. Gerne werde ich wiederkommen, dieses Grün in seiner Ewigkeit und Zeitlosigkeit zu bewundern."

Sonntag, 2. März 2008

"...mit dem Zweiten sinkt man besser"

"In der heutigen Ostsee-Folge des "Traumschiff" (20.15h, ZDF) ist wieder einiges los. Menschliches Drama vor aufregend maritimer Kulisse, von Gotenhafen nach Kiel ist die geplante Route. Höhepunkt ist die Unterwasser-Show der russischen Feuerwerker..." Ach nee. Ist erstens nicht soo lustig und außerdem ist dieser Vergleich anderen auch schon eingefallen (siehe unten, Link folgt). Dass zumindest der erste Teil auf dem Sendeplatz läuft, der sonst dem "Traumschiff" vorbehalten ist, zwingt aber zu solcherlei böser Witzischkeit.
Wie auch immer, heute abend geht im Fernsehen "Die Gustloff" unter, und mit ihr hoffentlich Heiner Lauterbach, Kai Wiesinger und Francis Fulton-Smith (wer öfter sonntags ZDF schaut, bekommt also ein bekanntes, Pilcher-geprüftes Gesicht).
Ob der Film nun Opfermacherei ist, und damit revisionistisch und Holocaust-relativierend, und ob man das auch Grass für seinen "Krebsgang" vorwerfen kann, soll, will ... ist mir zwar nicht schnurz, aber wenigstens schnuppe. Interessant ist das drumrum und tam-tam aber alle mal. Wie der Vilsmaier-Film ist kann ich jetzt natürlich nicht sagen, der läuft ja auch erst um acht, ich will den geneigten Leser allerdings auf zwei Rezensionen hinweisen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Evelyn Finger wundert sich, "dass Guido Knopps Geschichtswerkstatt einmal einen konsequent antirevisionistischen Antikriegsfilm über das Ende des Dritten Reichs produzieren [kann]. Ausgerechnet der Untergang der 'Wilhelm Gustloff', des berühmten Passagierdampfers, der am 30. Januar 1945 in der Ostsee sank, ist jetzt ohne jede nationale Selbstgerechtigkeit verfilmt worden."
(...in der Wochenschau der aktuellen ZEIT, ebenso online)
Gehen wir mal davon aus, dass Frau Finger den Film gesehen hat und lesen andernorts weiter.
Christian Buß schreibt für SPIEGEL-online, dass "die schlimmste Schiffskatastrophe aller Zeiten gerade groß genug [sei], um noch einmal jenes alte Lied anzustimmen, nach dem ein paar perfide Nazis ihre Leute in den Untergang getrieben haben." Vilsmaiers Film setze ein "schiefes Sinnbild in Szene [...]: Da säuft ein Volk von Unschuldigen ab."
Streng genommen kann diese diametrale Opposition der zwei Artikel nur naive Gemüter in Staunen versetzen, die denken, es gäbe so etwas wie eine einzige absolute Wahrheit; die gibt's nämlich nicht. (Aber glauben Sie das jetzt nicht einfach so, schließlich steht's ja nur irgendwo im Internet.)
Es ist aber auch schön, wie weit die Diskrepanz geht. Finger findet nämlich den Fernsehfilm "Dresden" genauso schlimm wie "Untergang", und "Flucht" und sieht alle als Teil eines "Exzess[es] des Selbstmitleids".
Buß hingegen findet:
"[...] Wo das grandiose Kriegsmelodram 'Dresden' vor dem Hintergrund des britischen Bombardements feinnervig von der faschistischen Durchdringung auch kleinster sozialer Zellen berichtete, perlt sämtlicher ideologischer Schmutz an den guten Deutschen auf der 'Gustloff' ab."
Ich gehe trotz allem davon aus, dass beide den gleichen Film gesehen haben. Aber wer die Überschrift des Buß-Artikel gewählt hat, dem gehört wirklich auf die Finger gehauen. Aus dem letzten Satz, "Tut-tut, hier kommt der Antifa-Dampfer" wird nämlich "...Opfer-Dampfer". Frau Finger aber wackelt auch erheblich, Buße würde ich nur der lustigen Konstruktion wegen von ihr fordern (Buß, Finger, Finger, Buße... hahaha). Berühmt ist die Gustloff aber nicht, ebenso wenig die "deutsche Titanic" (Buß). Und ebenso wenig war die Gustloff bzw. ihr Untergang jemals ein Tabu. Daran, dass jeder die Titanic, aber kaum jemand (auch nur in Deutschland) die Gustloff kennt, wird auch dieser Film nichts, aber auch gar nichts ändern. Das wäre auch nicht anders, wäre statt Wiesinger diCaprio an Bord (der heißt übrigens auch Wilhelm)-- allerhöchstens werden in zehn, zwanzig Jahren die Nachgewachsenen auf das jeweilige Stichwort (Titanic oder Gustloff oder auch Stauffenberg) sagen, "Da gab's doch mal 'nen Film" -- Schwimmwesten an, und nach der Tagesschau schön aufs Zweite geschaltet, denn mit dem Zweiten sinkt man besser. Leinen los! bzw. Torpedo-Rohre frei.

Dienstag, 29. Januar 2008

Eigenbiers Typ(en)beratung

Für seine (gerade noch) aktuelle Ausgabe fragte die allwöchentliche Magazinbeilage der ZEIT, das ZEITmagazin Leben -- jene Publikation, in deren Titel schon rein schriftgrößenmäßig Rock'n Roll herrscht, "Deutschlands Kolumnisten" (einige davon zumindest): "Wie mache ich mehr aus meinem Typ?"
Da Freimuth Eigenbier streng genommen kein Kolumnist ist, ist das Versäumnis, dass er nicht gefragt wurde verzeihlich. Hier seine Antwort, wie immer vollkommen unaufgefordert:

"Wie mache ich mehr aus meinem Typ?" -- die Frage ist strenggenommen schon falsch gestellt, beziehungsweise Teil des Problems. Das Größte, das jeder Typ erreichen kann ist nämlich, die Schallmauer zum Charakter zu durchbrechen. 'nuff said.

(Die Antwort des Stammkolumnisten Martenstein findet sich online. Nicht alle Beitäge sind von gleicher Qualität, herzerwärmend wie ein flauschiger Bademantel am offenen Fenster aber ist die Cartoon-Antwort von Katz&Goldt-- die strenggenommen auch nur zu 50% Kolumnisten sind. Online auf der Duo-Heimseite.)

(Apropos Kolumnisten: in einer Bundestagsrede nannte eine Grünen-Abgeordnete, ich glaube Ministerin a.D. Künast, jüngst den BILD-Politik-Kolumnisten Müller-Vogg freudsch-fehlleistend den "politischen Kommunisten der BILD-Zeitung", was angenehmes und ehrliches Gelächter im Bundestag nach sich zog. Phoenix gucken kann doch richtig Spaß machen.)

Freitag, 4. Januar 2008

Montag, 24. Dezember 2007

Türchen Nr. 24

Gänzlich unbescheiden nutze ich dieses Türchen, um meine persönlichen Highlights des vergangenen Eigenbier-Jahres zu küren, und zwar fünf davon, in chronologischer Folge.

ERSTENS: "Vanille > Turmfalke" vom 22. Januar -- über die Eissorte des Jahres 2006 und den Vogel des Jahres 2007. (Vogel des Jahres 2008 steht auch schon fest: der Kuckuck! Wusste gar nicht, dass der so aussieht! Kenne den sonst nur als Aufkleber, haha)

ZWEITENS: "Sind wir Oscar?" vom 3. März -- über was? Ja, genau, die Oscars, insbesondere FMGCHvD. Das PPS. "Das Wetter in LA ist übrigens gut, sagte FMGCHvD, Th"T"B nutzte dies als Überleitung zu CK." heißt übrigens: "Das Wetter in Los Angeles ist übrigens gut, sagte Florian Maria Georg Christian Henckel von Donnersmarck. Thomas "Tom" Buhrow nutzte dies als Überleitung zu (Meteorologin) Claudia Kleinert.

DRITTENS: "Nein, der Zwerg, das ist ja Otto!" vom 10. April -- auch wenn der Artikel in der zweiten Hälfte abflacht.

VIERTENS: "Eigenbiers Tierleben" vom 23. April -- zwar sind Grzimek- und Sielmann-Parodien dröge, lustig find ich's aber doch. Ich bewundere meine dort gezeigte Begabung, aus nem reichlich blöden Foto noch was zu machen, schon ein bisschen...

FÜNFTENS: Die "Ballade von Doreen und Sebastian" vom 5. Mai -- deren Arbeitstitel war "Big-Brother-Hausbewohnerinnenballade" und irgendwie ist sie doch etwas zu lang und pseudo-episch. Aber es gehört schon zum besten was Eigenbier so an Lyrik verzapft hat.

Die Tatsache, dass alle meine 'Highlights' aus der ersten Jahreshälfte stammen, muss nicht heißen, dass es danach bergab ging. Echt nicht. Oder doch?
Was soll's.

David Lynch sagt übrigens: Frohe Weihnachten!

Sonntag, 23. Dezember 2007

Türchen Nr. 23

Nur noch einmal schlafen... dann ... kommt... --ja, wer denn noch mal? Er?
Zur Einstimmung erinnere ich auch noch an mein Weihnachtsgedicht vom letzten Jahr. Passt immer noch.

Und noch ein Tipp in Sachen Speisenfolge: einfach mal "ja!" sagen. Ja?

Freitag, 21. Dezember 2007

Türchen Nr. 21

"Eigenbier, hier spricht Gretchen, sag: Wie hältst du's mit der Religion?"
"Ach, weißte, Gretchen, ich dulde auch Götter neben mir."

Wer oder was die Programmdiktatoren der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender reitet, weiß ich fast genausowenig, wie mir bekannt ist welcher Schalk den "Machern" bei RTL im Nacken sitzt.
Jetzt zu Weihnachten ist Religion mal wieder gefragt, so dass schon letzte Woche Hape Kerkeling und Uta Ranke-Heinemann bei Maybrit Illner waren und vorgestern bei Frank Plasberg wurde es auch reichlich spirituell.
Wieso ich davon schreibe? Weiß ich doch nicht. Ich muss jetzt zu meinen islamischen Opferfestfeierlichkeiten... bin schon reichlich spät dran.

Ach, noch was: Atze Schröder ist ja gar nicht mal so blöd. Der BILD-Zeitung indirekt eins reinzuwürgen. Hier das "Interview", bzw. der "Artikel". (Gefunden via BILDBlog)

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Türchen Nr. 13

Kleine Nachrichtenschau.

Merkel lobt den Einsatz an der Heimatfront. So heißt das heutzutage aber nicht mehr. Naja, und sie nennt das auch nicht so.
Claus "Der Kleiber, Vogel des Jahres 2006" Kleber wird nicht Chefredakteur des SPIEGEL.
Und das war ja wohl knapp, liebe Schweizer.

Was anderes: In der Frage der Wagner-Nachfolge in Bayreuth... hat noch niemand an Franz-Josef gedacht? Ehe man zu Schlingensief greifen muss? ...ich mein ja nur.

Vollkommen aus dem Zusammenhang.. aber was soll's? Ehe es vorbei ist: Schmetterling des Jahres 2007 ist einer mit nem Talent, das vielen fehlt (mir zumindest), der Landkärtchenfalter! (Ich hab wirklich Schwierigkeiten mit Stadtplänen etc.)

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Türchen Nr. 5


Der französische Regisseur Michel Gondry hat irgendwann mal auf YouTube ein Video gepostet, in welchem er vorgibt, einen "Rubik's Cube", also so 'nen 80er "Zauberwürfel" mit seinen Füßen zu lösen. Das hat er natürlich nicht geschafft, er hat es nur geschickt vorgetäuscht -- wie dieses Video einleuchtend, wenn auch etwas übertrieben penibel demonstriert.
Gondry antwortete bald mit einem noch größeren Trick; im zweiten Video löste er einen Rubik's Cube mit seiner Nase -- offensichtlich eine Computeranimation...
Und jetzt-- das eigentliche "Bonbon" hinter dem heutigen Türchen: die Parodie auf das erste Erklärungsvideo.

Dies war übrigens der einhundertste Eintrag.

Samstag, 1. Dezember 2007

Türchen Nr. 1


Wenn Sie dies lesen, bin ich gerade meinem Pralinenbad entstiegen. Mit Kalorien noch mehr Spaß... nur auf die Trüffelreste unter den Fingernägeln und die verklebten Körperöffnungen... die ganze Sauerei eigentlich könnte man verzichten. Trotzdem herrlich vorweihnachtliche Dekadenz!

Donnerstag, 29. November 2007

Vorankündigung! Adventkalender!


Ab Samstag ist es soweit! Der Freimuth-Eigenbier-Adventkalender öffnet seine erste Tür. Allerdings muss ich zugeben, dass ich nicht all zu viel vorbereitet hab-- es mag also sein, dass mir das Material ausgeht. Aber hinter jedem Türchen soll auch was anderes stehen, nicht unbedingt meinen Hirnwindungen entsprungen. Mal sehen wie's läuft.