Was passiert hier?

Freimuth Eigenbier gibt unaufgefordert Tipps, macht manchmal Cartoons, fotografiert wild in der Gegend rum und ist ferner ein Genie der Alltagslyrik. Kann auch vorkommen, dass er von sich selbst oder über Medienkram schreibt.

Sonntag, 22. Juli 2007

Nina Ruges Wille geschehe

Am Ende einer jeden von ihr moderierten Ausgabe der Sendung "Leute heute" versprach (drohte?) Nina Ruge, alles werde gut. Was das mit Harry Potter, dem eigentlichen Thema dieses Artikels zu tun hat? Wenig, aber wir wollen ja nicht zu früh zu viel verraten.
Am gestrigen Samstag erschien der dann doch wohl hoffentlich letzte Roman der Reihe um den pubertierenden Zauberlehrling. Diesmal findet der entscheidende Kampf gegen "den bösen Lord Voldemort" (irgendwen zitiere ich damit bestimmt, ich will nicht ohne die Distanz der Gänsefüßchen in die gängige Diktion der Berichterstattung verfallen) tatsächlich statt, anstatt sich nur anzukündigen, wie sechs Romane lang zuvor, bzw. jedes mal nur so'n Bisschen. Ich behaupte einfach mal ne Zahl: Millionen von Lesern fanden die Bücher der J.K. Rowling, jener nun unverhofft schwerreichen Lehrerin aus England. Doch nicht Leser sind es, Anhänger, Fans, fanatisch im eigentlichen Sinne, ja: Junkies -- Menschen, die des Nachts ausharren, um ein Buch zu kaufen, nur um anschließend bei der frühmorgendlichen Lektüre umgehend darüber einzuschlafen!
Da weltweit, wie gesagt, bzw. behauptet, Millionen, ja Milliarden! so handeln, meint man bei der Kulturredaktion von SPIEGEL-online, einen Artikel nach dem anderen raushauen zu müssen. Hier mein RSS-Feed, letzte nacht, ca. 1.30 (oder so) - also gut 24 Stunden nach dem Erscheinen von Harry Potter and the Heathly Dallows:



Da ich vor dem Abfotografieren zum Markieren den Rotstift zückte, kann man es leicht erkennen. Nicht weniger als 6/8, sechs der ersten acht Artikel beschäftigen sich mit ...Harry Potter. Um es Ihnen einfacher zu machen, hier die Zusammenfassung:
Das Buch wird erscheinen. Große Frage stirbt Harry Potter? (Glaubt jemand wirklich, Ms. Rowling wolle weltweit Billionen von Kindern traumatisieren, Jugendlichen die Herzen brechen?)
Das Buch erscheint. Sachen passieren drumrum.
Das Buch ist erschienen. 17 Minuten später die dpa-Meldung, woraus man beim Online-Spiegel noch nen Artikel macht, allerdings, anders als hier, mit drei Vorwarnungen. Das Ende? Natürlich stirbt Potter nicht, Kampf gegen Voldemort gewonnen, Welt gerettet. Alles gut. Wirklich, alles gut, ninarugig gut? Ja, der letzte Satz ist ja laut dpa, via Spiegel-Online: "Alles war gut."

Bleibt nur zwei Fragen*: ist Nina mit Gerd Ruge verwandt? Und: welcher Zauberlehrling bekämpft sie?

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*Nur noch eine Frage. Nina Ruge ist nicht mit Gerd verwandt. Außerdem: "Alles wird Gut" ist inzwischen sogar der Name einer eigenen Talkshow geworden. Be afraid, be very afraid.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Die Ereignisse überschlagen sich!
Noch ne Meldung!