Was passiert hier?

Freimuth Eigenbier gibt unaufgefordert Tipps, macht manchmal Cartoons, fotografiert wild in der Gegend rum und ist ferner ein Genie der Alltagslyrik. Kann auch vorkommen, dass er von sich selbst oder über Medienkram schreibt.

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Sonntag, 24. Mai 2009

Zum Thema Eurovision

Zunächst mal ein kurzer Abriss der deutschen Teilnahmegeschichte an dem Wettbewerb, welcher früher einmal Grand Prix de la Chanson hieß, und daher in Deutschland immer noch "Grand Prix" genannt wird. Inzwischen heißt er längst in der allgemeinen Englischseligkeit "Eurovision Song Contest", wobei die Franzosen und andere Francophone wahrscheinlich immer noch Grand Prix de la Chanson dazu sagen.
Seit die Schlagersängerin Nicole 1982 mit dem von ihm geschriebenen Lied "Ein Bisschen Frieden" den Wettbewerb gewann, war Ralph Siegel als deutscher Grand Prix-Komponist gebucht; zumindest glaub ich das irgendwie. (Moment: er hat insgesamt 19 Grand Prix-Songs verfasst, drei mal für Luxemburg, einmal für die Schweiz, dieses Jahr für Montenegro und die übrigen Male für Deutschland, vor Nicole 4mal, danach 9mal)
Sowohl die Punktevergabe im eigentlichen Wettbewerb als auch der Modus der deutschen Vorauswahl veränderte sich, Telefonabstimmung, Juryentscheid, mal so mal so.
Seit dem Sieg 1982 variierte die Platzierung der deutschen Teilnehmer stark, und in den 90ern wurde die Veranstaltung fast nur noch als Witz gesehen. 1998 schließlich gewann der leicht ironische Post-Schlagersänger Guildo Horn mit einem Lied aus der Feder Stefan Raabs (unter dem Pseudonym Alf Igel) und erreichte im eigentlichen Wettbewerb den 7. Platz.
Danach glaubten unter anderem Rudolf Mooshammer und Big Brother-Teilnehmer Slatko am Vorentscheid teilnehmen zu müssen. Raab nahm selbst noch mal teil (2000), und sein Protegé Max Mutzke konnte sich 2004 im deutlich aufgejazzten Vorentscheid (in einer NDR-VIVA-Kooperation) gegen "Popgrößen" aller Couleur durchsetzen (zB. Mia, Westbam, Wonderwall, Laith-Al Deen, Scooter sowie Overground, wer erinnert sich?), leider aber nicht Europa mit seinem Auftritt überzeugen. Danach bewarben sich Pop-Sänger und -gruppen gegen Interpreten mit Schlagerhintergrund im Vorentscheid, wobei sich praktisch immer erstere durchsetzten. Die DSDS-Teilnehmerin Gracia, auch Olli Dietrichs Countryband Texas Lightning oder Schlager-Swinger Roger Cicero konnten nicht überzeugen. Nachdem die erste deutsche Castingband No Angels 2008 mit einem extrem schlechten Auftritt und einem mäßigen Lied vorvorletzter wurden verzichtete der zuständige NDR dieses Jahr ganz auf einen öffentlichen Vorentscheid und schickte den Techno-Produzenten Alex Christensen ("Du hast den schönsten Arsch der Welt") aka. U96 ("Das Boot") ins Rennen -- und der wurde mit dem Sänger Oscar Loya zusammen... genau: vorvorletzter.
Deutschland verbindet mit dem Grand Prix, so sehe ich das, ein ungeheurer Minderwertigkeitskomplex, der wie so oft, mit einer furchtbaren Selbstüberschätzung einher geht. So wurde das schlechte Abschneiden Deutschlands und die Sieger der letzten Jahre in einem perfiden Ausdruck unterschwelligen Fremdenhasses auf osteuropäische Vetternwirtschaft und Punkteschieberei geschoben, aber an der Qualität der Beiträge wurde nie gezweifelt. Schlimmer noch, keine kam auf die Idee einfach mal zu sagen: na und? Nächstes Jahr wird's besser. Wurde es so oder so aber auch nicht. Und das liegt, grob geschätzt daran, dass was in Deutschland gut läuft und populär ist, längst nicht in Europa ankommen muss: Neoswing und Neocountry zum Beispiel.
Zwar schien eine Weile alles zu gut laufen, was ethnisch-tanzmäßig angehaucht war, so die türkische Siegerin Sertab Erener oder die ukrainische Ruslana, doch dann zeigte der Grand Prix sich 2006 von seiner wohl irrsten Seite und die finnische Rockgruppe Lordi, die ihre instrumente nicht live spielen durfte und streng genommen auch gar nicht singt, gewann den Gesangswettbewerb, wohl weil sie einfach mal anders waren. Dieses Jahr schließlich setzte sich ein junger Norweger weißrussicher Herkunft durch, mit einer gefidelten Nummer, für welche man in den 90ern die Kelly Family ausgelacht hätte.
Was lernen wir daraus? Es geht im Eurovision Song Contest um die Show, um den Spaß an der Teilnahme, aber bestimmt nicht um neue Trends oder wirklich gute Musik-- unterm Strich ganz einfach um: GUTE UNTERHALTUNG. Genau die blieb 2009 ein bisschen auf der Strecke, da der spannendste Teil des Abends, die Punktevergabe nämlich, äußerst unspannend, weil deutlich verlief. Unspannend aber aber war auch das deutsche Vorgehen. Christensen im Hinterzimmer auszusuchen, war dumm. Schließlich ist der Vorentscheid eine gute Gelegenheit, eine Superunterhaltungsshow zu machen, aber das kann man wohl beim NDR nicht, zumindest nicht jenseits von Quizsendungen mit Jörg Pilawa.
So groß war die Verzweiflung, man wollte Raab ins Boot holen, was aber scheiterte. Danach diente sich Dieter Bohlen an, und Spiegel Online zimmerte auch noch nen Artikel zusammen, in dem sich Oliver Welke zu Wort meldete (warum?!) und zum dritten Mal die Zitate Raabs verwurstet wurden, die erst morgen im Print-Spiegel erscheinen. Raab wäre wohl zu teuer geworden und Bohlen wird seinen Tipps auch nicht umsonst geben. Ich aber mache das.

Zunächst mal ein Tipp für ne erfolgreiche Nummer. Ein Bollywood-angehauchtes Stück, mit englischem und deutschen Text. Vorgetragen von einer buntgemischten Gruppe, natürlich einige davon mit indischem Hintergrund.
Warum das gut wäre? Nun ja. Es wäre genau peinlich und anbiedernd genug, ein wenig dem Trend hinterher, und es wäre anders. Wenn man da ne gute Nummer zusammenschraubt oder -klaut ist definitiv die Top 5 drin. Aufgepasst, dass uns die Briten da nicht zuvorkommen, schließlich haben die imperial- und kolonialhistorisch bedingt nen Vorteil, da sie eher ne Verbindung zum indischen Kulturraum haben.

Zweiter Tipp, welcher nur bedingt damit zusammenpasst:
Einfach mal versuchen, das Optimum rauszuholen. Statt nur einer mauen Freitagabendshow, oder gar der überhaupt nicht öffentlichkeitswirksamen Hinterzimmerentscheidung eine mehrwöchige Casting-Reihe, die nicht zwingend schlecht von bisherigen Formaten geklaut sein muss. Dazu braucht man bloß Juroren und Coaches die gut in ihrem Fach sind. Man kann sogar Ralph Siegel in die Jury setzen, wenn's sein muss. Aber n richtiges Konzept hab ich noch nicht. Aber lustig wird der Grand Prix bestimmt wieder werden, nächstes Jahr. Trotz allem.

Während dieser Artikel verfasst wurde erschien auch noch diese Klage Christensens über mangelnde Unterstützung durch den NDR.

Montag, 18. Mai 2009

Witzbaukasten

"Verstehe gar nicht, wie der Peymann das schafft, neben der Intendanz usw. auch noch mit der Heidi zusammen so'n Model zu suchen." (Als Beispiel für den folgenden Baukasten)

Anlässlich des nahenden GNTM-Finales schnell dieses unausgearbeitete, äußerst dürre Gerüst eines kalauernden Witzes, mit folgenden Elementen -- hier in Ermangelung einer Ausarbeitung als Baukasten zum selbst zusammenstellen:

Chef des Berliner Ensembles Claus Peymann, Topmodel-Juror (bzw. "Topmodel"-Juror, "Top"-"Model"-"Juror", die Zahl und Platzierung der ironisierenden Lufthäkchen darf man sich selbst aussuchen) Peyman Amin, deren Namensähnlichkeit, bzw. beinahe -gleichheit.

Der zu bastelnde Witz bestünde aus der Vermischung von Populär- und Hochkultur (hier jeweils ein "sogenannt" dazu denken).
Mäßiges Beispiel: s.o.

Woran scheitert's: eigentlich nicht so lustig, ferner hat der Herr Amin keine ordentliche Homepage, komisch für so nen Modelbooker, oder? Und auch keinen eigenen Wikipedia-Artikel. Andererseits, hat man sowas ja auch früher nicht für Witze gebraucht. Also zählt primär der erstgenannte Grund.

Weitermachen!


Freitag, 23. Januar 2009

Jedem Depp seinen unüberlegten Werbespruch

oder: Publicity makes strange bedfellows (2)
Tchibo, von denen man fast vergessen hatte, dass sie überhaupt Kaffee herstellen bzw. verkaufen, und Esso warben für ein Jointventure, das wohl eine gewisse Koffeinvielfalt an Tankstellen anbieten soll. Man wählte unbedachterweise "Jedem den seinen."
Hatte Folgen, ist auch vorher schon so ähnlich passiert.
Für die Zukunft-- noch n Vorschlag, den's zu vermeiden gilt: TUI. Urlaub macht frei.

Donnerstag, 15. Januar 2009

Winterzeittotschlagbeschäftigung gefällig?

Wo's jetzt zwar immer noch kalt ist, aber schneeschmelzebedingt die Fußgängerzonen und Innenstädte sich zu füllen wieder beginnen, lohnt sich einen freien Nachmittag mal gaaaanz anders zu verbringen. Von einem Stadtrandrestbauern für wenig Geld ein mittleres bis kleines Nutztier leihen (Ziege wäre optimal) und an einer Ecke für "das Winterquartier des Zirkus Eigenbier" sammeln. Riesenspaß für alle Beteiligten. Gleich noch n bisschen Geld verdient. (Tiere ziehen ja auch mehr als menschliches Elend.)


Dienstag, 1. Juli 2008

F.E.'s guide to no fun


Eine Flasche alkoholfreies Bier ... ca. 1 €uro
eine Flasche Limonade ohne Zucker ... ca. 1 €uro
einmal fertigabgepacktes Sushi... ca.7 €uro

Das nicht eingekauft zu haben: unbezahlbar.


Dienstag, 29. Januar 2008

Eigenbiers Typ(en)beratung

Für seine (gerade noch) aktuelle Ausgabe fragte die allwöchentliche Magazinbeilage der ZEIT, das ZEITmagazin Leben -- jene Publikation, in deren Titel schon rein schriftgrößenmäßig Rock'n Roll herrscht, "Deutschlands Kolumnisten" (einige davon zumindest): "Wie mache ich mehr aus meinem Typ?"
Da Freimuth Eigenbier streng genommen kein Kolumnist ist, ist das Versäumnis, dass er nicht gefragt wurde verzeihlich. Hier seine Antwort, wie immer vollkommen unaufgefordert:

"Wie mache ich mehr aus meinem Typ?" -- die Frage ist strenggenommen schon falsch gestellt, beziehungsweise Teil des Problems. Das Größte, das jeder Typ erreichen kann ist nämlich, die Schallmauer zum Charakter zu durchbrechen. 'nuff said.

(Die Antwort des Stammkolumnisten Martenstein findet sich online. Nicht alle Beitäge sind von gleicher Qualität, herzerwärmend wie ein flauschiger Bademantel am offenen Fenster aber ist die Cartoon-Antwort von Katz&Goldt-- die strenggenommen auch nur zu 50% Kolumnisten sind. Online auf der Duo-Heimseite.)

(Apropos Kolumnisten: in einer Bundestagsrede nannte eine Grünen-Abgeordnete, ich glaube Ministerin a.D. Künast, jüngst den BILD-Politik-Kolumnisten Müller-Vogg freudsch-fehlleistend den "politischen Kommunisten der BILD-Zeitung", was angenehmes und ehrliches Gelächter im Bundestag nach sich zog. Phoenix gucken kann doch richtig Spaß machen.)

Montag, 24. Dezember 2007

Türchen Nr. 24

Gänzlich unbescheiden nutze ich dieses Türchen, um meine persönlichen Highlights des vergangenen Eigenbier-Jahres zu küren, und zwar fünf davon, in chronologischer Folge.

ERSTENS: "Vanille > Turmfalke" vom 22. Januar -- über die Eissorte des Jahres 2006 und den Vogel des Jahres 2007. (Vogel des Jahres 2008 steht auch schon fest: der Kuckuck! Wusste gar nicht, dass der so aussieht! Kenne den sonst nur als Aufkleber, haha)

ZWEITENS: "Sind wir Oscar?" vom 3. März -- über was? Ja, genau, die Oscars, insbesondere FMGCHvD. Das PPS. "Das Wetter in LA ist übrigens gut, sagte FMGCHvD, Th"T"B nutzte dies als Überleitung zu CK." heißt übrigens: "Das Wetter in Los Angeles ist übrigens gut, sagte Florian Maria Georg Christian Henckel von Donnersmarck. Thomas "Tom" Buhrow nutzte dies als Überleitung zu (Meteorologin) Claudia Kleinert.

DRITTENS: "Nein, der Zwerg, das ist ja Otto!" vom 10. April -- auch wenn der Artikel in der zweiten Hälfte abflacht.

VIERTENS: "Eigenbiers Tierleben" vom 23. April -- zwar sind Grzimek- und Sielmann-Parodien dröge, lustig find ich's aber doch. Ich bewundere meine dort gezeigte Begabung, aus nem reichlich blöden Foto noch was zu machen, schon ein bisschen...

FÜNFTENS: Die "Ballade von Doreen und Sebastian" vom 5. Mai -- deren Arbeitstitel war "Big-Brother-Hausbewohnerinnenballade" und irgendwie ist sie doch etwas zu lang und pseudo-episch. Aber es gehört schon zum besten was Eigenbier so an Lyrik verzapft hat.

Die Tatsache, dass alle meine 'Highlights' aus der ersten Jahreshälfte stammen, muss nicht heißen, dass es danach bergab ging. Echt nicht. Oder doch?
Was soll's.

David Lynch sagt übrigens: Frohe Weihnachten!

Sonntag, 23. Dezember 2007

Türchen Nr. 23

Nur noch einmal schlafen... dann ... kommt... --ja, wer denn noch mal? Er?
Zur Einstimmung erinnere ich auch noch an mein Weihnachtsgedicht vom letzten Jahr. Passt immer noch.

Und noch ein Tipp in Sachen Speisenfolge: einfach mal "ja!" sagen. Ja?

Samstag, 22. Dezember 2007

Türchen Nr. 22

Es ist ratsam, frühzeitig die Speisenfolge für Heiligabend zu planen. Vorschlag für den Hauptgang: Pommes Spezial.

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Türchen Nr. 20

Bei BildBlog.de macht man ne Weihnachtsaktion. So ne Art Adventskalender, bzw. Adventkalender. "Bildblogger für einen Tag"... da waren schon Bastian Pastewka und Martin Sonneborn am Start. Lesen! Die anderen sind aber unterhaltsamer.

Mittwoch, 19. Dezember 2007

Türchen Nr. 19

Nostalgie! Im Jahre 1993 veröffentlichte LucasArts das Adventure "Sam & Max hit the Road"... (Das Intro gibt's bei YouTube.) Dass das Spiel auf einer Reihe Comics basierte, die der Spiele-Designer Steve Purcell schon zu College-Zeiten erschuf, ist weniger bekannt. Noch unbekannter dürfte die Zeichentrickserie sein. Ich zum Beispiel hab gestern zum ersten mal davon gelesen. Hier der Vorspann, in mäßiger Qualität (YouTube halt):



Der Hammer aber ist: bei GameTab gibt's fast alle Episoden gratis via Stream. Das lässt sich leider nicht direkt verlinken, daher folgende Anleitung: Erstens wird ein Windows Media Player-Plugin benötigt. Wenn's funzt, unter Channels (links) auf 'Animation' klicken. Dann 'Sam & Max' auswählen. Nicht Tomb Raider. *Brrrr...
Anmerkung: Ich hab nur in die erste Episode reingeschaut, kann leider nicht für die Humorqualität garantieren. Davon, knapp 60 Euro für den Sammelband auszugeben (siehe Amazon-Link), würde ich aber abraten. Egal, wie gut er ist.

Sonntag, 16. Dezember 2007

Türchen Nr. 16

Weihnachtszeit! Da ist man doch ungern allein!
Stichproben aus den Kontaktanzeigen im aktuellen Zeit-Magazin. Wer sucht, findet die zwar auch online, aber die folgenden Zeilen sind aus der Print-Ausgabe, direkt von der "Witzeseite", wie ich sie manchmal nenne.

2-mal Sie sucht ihn (mit meiner Übersetzung bzw. Kommentaren):
Liebe die Gegensätze zwischen Hausmusik + Rock, Wanderschuhen + Tangokleid, Bodenständigkeit + purer Lebenslust, Grühnkohl + Caipirinha, Wünsche mir warmherzigen Mann mit Humor und Familiensinn ... Möchtest du mich (37, 174 cm, NR) Raum [...] kennenlernen? [...]
Also ich kann Klavierspielen, mache das aber zu selten, außer Radio höre ich aber noch die Bon Jovi-CD, die mir ne Freundin gebrannt hat. Ich war jetzt letztes Jahr mal auf Wanderurlaub, ganz nett, mach ich demnächst öfter, auch der Tanzkurs... [...] Ich kann kochen, habe gerade entdeckt, wie praktisch Tiefkühlgemüse ist, und in ner Cocktailbar war ich auch schon, hab aber da nur Frauen-Standards getrunken. Will Kinder, Mann kein Hinderungsgrund.

[Kommerzielle Anzeige, farblich unterlegt:] Natürlich, herzlich und schön, 35 Jahre, 179 cm, Erbin eines alteingesessenen deutschen Familienunternehmens, sucht zuverlässigen, kinderlieben Lebenspartner aus dem deutschsprachigen Raum. [...]
Als ich zu der Partnervermittlung gegangen bin, hab ich nur gesagt, "standesgemäß", dass die dann im ZEIT-Magazin inserieren, kann ich doch nicht wissen.

Samstag, 15. Dezember 2007

Türchen Nr. 15

Lange nicht mehr gelacht? (Achtung, falls Sie gerade essen erst später weiterlesen, Danke.)
Dann bloß nicht freitagabends RTL gucken: mit der neuen Comedy-Sendung "Geile Zeit" wird's Ihnen auf ewig vergehen (das Lachen). Die Titelmusik ist zwar nicht das befürchtete Brings-Lied, sondern das von Juli, wäre aber auch nicht viel schlimmer. Es tut so oder so physisch weh, was man da bei RTL so komisch findet oder sich von dritten komisch finden lässt und dann einkauft. Fickifickihumor mit Mitzwanziger-Teenagern, zwischen den Sketchen Clips mit Lip-Syncing, dieser garstigen Youtube-Mode, dem Mitsingen meist schlechter Lieder. Nein, nein, nein. Da guck ich mir lieber das offene Bein eines Obdachlosen an, und schau zu, wie die Maden rumwuseln. (Ich hab Sie gewarnt.) Das ist bessere Unterhaltung. Auch irgendwie menschlicher.
Also, abschalten.

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Türchen Nr. 12

Eben noch im Fernsehen, jetzt online. Günter Wallraffs Reportage "Bei Anruf Abzocke" über die illegalen Praktiken von Call-Centern. Allein das Wort!

Dienstag, 11. Dezember 2007

Türchen Nr. 11

Es weihnachtet! Sehr! Aber sowas von!
In den Fußgängerzonen deutscher Städte weihnachtet es nicht nur, es marktelt!
Der Geruch von erkaltetem Glühwein und Erbrochenem weht durch die winterliche, feuchte Luft, mischt sich mit Honig, Duftkerzen, groben Leder und Zierlötqualm!
Daran seitlich vorbeigehen zu können, ist einfach zauberhaft. Weiß Max Goldt.

Sollten sonst noch Weihnachtsgeschenke fehlen, ein Bekannter von mir hat irgendwo anders in nem Adventskalender (dort im Gegensatz zu hier mit Fugen-s) diverse Empfehlungen geäußert. So meinte er über den kurzweiligen Roman Das bin doch ich von Thomas Glavinic, er sei...

"eine äußerst unterhaltsame, selbstironische Nabelschau - und das reicht auch schon. Eine 'Satire auf den Literaturbetrieb', wie man da oder dort lesen konnte, ist der Roman nicht. Der Ich-Erzähler ist der Schriftsteller Thomas Glavinic, der gerade Die Arbeit der Nacht fertiggeschrieben hat, und jetzt um Verkaufszahlen, Preisnominierung und Rezensionen bangt, seinen Freund Daniel Kehlmann um ebenjene beneidet und sich von Frisören und Verwandten fragen lassen muss, was er denn so für Romane schreibt. Geschickt und amüsant werden Fiktion und Realität verbogen und vermischt, aber viel zu schnell auch ist’s auch schon wieder vorbei."

Montag, 10. Dezember 2007

Sonntag, 2. Dezember 2007

Türchen Nr. 2

Jemals darüber nachgedacht, dass "Sprache" ein Extra bei Microsoft Word ist?

Nein? Dann darf ich Ihnen zu Ihrem sinnvollen Zeitmanagement gratulieren. Ist nämlich reine Zeitverschwendung.

Übrigens: meine Schreibweise dieses Features ohne Binnen-S ist in Österreich durchaus üblich. Und Österreich fühle ich mich sehr verbunden, quasi: angeschlossen.

Mittwoch, 28. November 2007

Anderer Leute Geschmacklosigkeit


Vorweihnachtliches Euphemisieren in allen Ehren, aber... wer auf der Straße lebt, ist obdachlos (und das ist schon schöngefärbt). "Nichtsesshaft" ist, wer jede Woche in nem anderen Hotel schläft. Alter, darf doch nicht wahr sein...

Sonntag, 25. November 2007

UPS! (bzw. dumm gelaufen)


Wenn man sich als Weltkonzern (Selbstverständnis), von nem Künstler ne Skulptur vors Haus stellen lässt und mit allerlei Brimborium inklusive anwesendem Künstlerfreund / Exkanzler enthüllt, dann ist das an sich ne gute Sache. Wenn der Name der dargestellten Figur aber der eines Konkurrenten im Paketdienstgewerbe ist, hilft's auch nix, den Götterboten, statt beim gängigen griechischen, beim lateinischen Namen zu nennen. Das ist einfach mal -- dumm gelaufen.

Demnächst übrigens auch vorm Post-Tower: eine riesige Reißzwecke, gestaltet von... nem Künstler ihrer Wahl. (Nicht verstanden? Nein?)

Samstag, 24. November 2007

Achtung! Geschmacklos! (and then some)


... noch hat niemand gewagt, auszusprechen, wer unter dem Lokführerstreik am meisten leidet. Dies sind wirklich harte Zeiten für Selbstmörder.

Und wo wir gerade schon geschmacklos sind: blöd, dass man Vornamen nicht essen kann, was?

Kommen wir nun zu etwas vollkommen anderem. Parteitag in Nürnberg! Grün statt braun! Neues Logo! So, und nun: wenn man beim Zappen eine Frau unsicher an der Kamera vorbeistammeln sieht -- woher weiß man, dass es sich um den Grünen-Parteitag auf Phoenix und nicht um eines der "Problemlösungsformate" im Unterschichtenfernsehen (Kinder, Schulden, Renovieren etc.) handelt? Genau! Die Haare, die sich dem rausgewachsenen Ansatz anschließen, sind hennarot, nicht peroxidblond.