Was passiert hier?

Freimuth Eigenbier gibt unaufgefordert Tipps, macht manchmal Cartoons, fotografiert wild in der Gegend rum und ist ferner ein Genie der Alltagslyrik. Kann auch vorkommen, dass er von sich selbst oder über Medienkram schreibt.

Montag, 26. September 2011

Gut, dass wir darüber geredet haben!



Schlimm, wenn die Stimme der Vernunft aus Sabine Christiansen spricht. Die hat nämlich, (vermutlich auf Nachfrage) im SPIEGEL gemeint, das wäre nicht so toll, mit den vielen Talkshows und dem Meinungsbrei.

Gott sei Dank hat die ARD mit Christoph Baumann einen Talkshow-Koordinator eingesetzt, der Gäste- und Themendoppelungen vermeiden soll. So ging’s gestern bei Jauch um Frau Merkel und wie sie den Euro rettet, heute beim Plasberg um den „Euro-Aufstand: Deutschland vor der Gewissensfrage?“ und am Dienstag… und da ist Herr Baumann wohl eingeschritten… am Dienstag geht’s bei Frau Maischberger nämlich um „Machofrauen – Müde Männer: Letzte Runde im Geschlechterkampf?“

Die Liste von Frau Maischbergers Gästen liest sich wie eine mit Gründen zum um- oder abschalten. Andererseits: Wen würden Sie einladen, wenn nicht Alice Schwarzer? Und wen würden Sie einladen, wenn Charlotte Roche ihr Buch schon genug promotet hat? Genau: die promovierte Linguistin Reyhan Sahin, bekannter als Rapperin Lady Bitch Ray. Und wen würden Sie einladen, wenn sie eigentlich gerne Eva Herman gehabt hätten? Das geht ja nicht, wegen dem ganzen Nazi-Zeug und außerdem ist die ja jetzt offiziell unter die Irren gegangen (als Kommentatorin beim Kopp-Verlag, gucken Sie einfach mal nach was die so machen). Nein, nicht die Männerrechtlerin Kristina Schröder. Die muss ihren Nachwuchs hüten.

Ich sag’s Ihnen, Sie kommen bestimmt nicht drauf: Den Mann mit dem Affen, Wolfgang Grupp, Chef von Trigema. Als solcher heldenhafter Erhalter deutscher Arbeitsplätze und zu diesem Thema auch immer wieder gerne im Fernsehen. Praktischerweise ist er auch „ein vehementer Verfechter des traditionellen Rollenverständnisses von Mann und Frau“, wie es in der Ankündigung heißt. Wäre ja auch blöd, wenn der über ein anderes Thema redet als die Anderen… oder? Denkbar ist viel, schließlich war Vasily Sarikakis aus der Lindenstraße auch schon zum Thema Griechenland und Euro bei Maybrit Illner.

Die Schlussrunde bei Hart aber Fair behandelte früher oft die Frage, mit wem aus der Runde würden Sie am ehesten Kaffeetrinken gehen, auf einer einsamen Insel stranden oder am besten: tauschen wollen. Das sollte mal das Prinzip einer Sendung sein, am Anfang wird getauscht und dann muss Hans-Werner Sinn eine Stunde lang den Standpunkt von Gregor Gysi vertreten und Gregor Gysi vertritt den von Arnulf Baring, der wiederum muss als Helmut Schmidt alles voll rauchen.

Oder noch besser: Günther Jauch, Frank Plasberg, Sandra Maischberger, Anne Will und Reinhold Beckmann setzen sich einfach einmal die Woche zusammen. Die könnten dann auch über drei oder vier verschiedene, „richtig wichtige“ Themen reden. Oder halt irgendwas das gerade Reizthema am Degeto-Mittwoch oder im Tatort war (Mobbing unter Schülern! Ehrenmord! Zwangsheirat! Ehrenmord unter Schülern!). Gerne auch gleichzeitig. Kameras müssen meinethalben nicht unbedingt dabei sein.


Auch nicht schlecht:

Die Top-Talkshow-Gäste 2010

Sonntag, 25. September 2011

Rückkehr des Freimuth Eigenbier

... erst mal nur auf Twitter (@eigenbier). Früher oder später, ganz sicher, wieder hier. 140 Zeichen reichen ja nicht immer um das Elend dieser Welt zu artikulieren, wa?

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Bitte nicht mehr anrufen!


Man beachte den ersten Satz, den Herr Zarrella spricht, welchen ich mir als Titel ausleihe.
Das einzig Gute an diesem Clip ist, die offensichtliche, berechtigte Entrüstung des Publikums, welche nach der Verkündung (ca. bei 4 Minuten) einstellt.

Dank an BildBlog und das FAZ-Fernsehblog.

Dienstag, 8. Dezember 2009

IÜV: Erbrechen bis zum Neumond

Normalerweise leide ich ja sehr an dümmlicher Neubetitelung von Filmen oder Büchern nach deren Übersetzung. Im Falle der Enthaltsamkeitssaga mit Vampiroberfläche der Mormonin Stephenie Meyer, helfen die kalauernden Übersetzungstitel aber, die Dümmlichkeit des Werks bereits auf dem Buchdeckel zu erkennen:
"Bis(s) zum Morgengrauen", "...zur Mittagsstunde", "...zum Ende der Nacht"
Schlimmer geht's zwar immer, aber in diesem Falle kaum. Aber es hilft ja, zu erkennen, was den Leser erwartet. Inhaltlich aber auch irgendwie Unsinn, schließlich geht's ja in den Büchern darum, dass der Herr Vampir den schönen Schwan (Bella Swan! Wie dumm kann man seine Figuren denn noch nennen!) eben ewig lange nicht beißt. Und nicht ständig, zu jeder erdenklichen Tages- oder Nachtzeit.

Was nun den Film angeht, der jetzt schon was länger läuft:
Wie auch schon bei den Dan-Brown-Verfilmungen stellt sich keinerlei kognitive Dissonanz beim Lese- /Glotzvieh ein, wenn der "Blockbuster" plötzlich anders heißt als der "Bestseller" in deutscher Übersetzung.

Und noch was zum Twilight-bedingten Vampirhype:
Eine Mitfahrerin im Regionalschienenverkehr las gestern neben mir ein Buch mit dem Titel "Vampire sind zum Küssen da" -- von einer Katie MacAlister (englisch / deutsch).
Diese Dame kommt übrigens aus der Gegend, in welcher "Twilight" spielt, aber das tut jetzt nischt zur Sache-- wichtiger ist: sie hat sich nicht nur mit vor allem mit Liebesromanen einen Namen gemacht, darunter auch mit "paranormal romance" --zu dem Genre gibt's tatsächlich nen Wikipedia-Artikel! Darein würde ja auch die Meyer'sche Trilogie fallen. Auf deutsch würde man das wohl als "Mystery Love-Story" ...äh... übersetzen. (Die Problematik der Genrebezeichnung "Mystery" wäre eigentlich nen eigenen Artikel wert.)
Zurück zu Frau MacAlister:
Nach kurzer Recherche stellte ich nämlich fest, der genannte Titel ist noch einer der weniger blöden unter den deutschen Übersetzungen ist:
Blind Date mit einem Vampir
Küsst du noch oder beisst du schon?
Kein Vampir für eine Nacht
Vampir im Schottenrock
Vampire sind zum Küssen da
Ein Vampir kommt selten allein

...auf Englisch sind sie aber auch nicht viel besser (welcher davon welcher ist, ist ja egal, was?):

A Girl's Guide To Vampires
Sex and the Single Vampire
Sex, Lies, and Vampires
Even Vampires Get the Blues
The Last of the Red Hot Vampires
Zen and the Art of Vampires
Crouching Vampire, Hidden Fang

Ich hab einfach mal die Titel verlinkt auf welche angespielt wird. Zwar bin ich ein Freund von Referenzialität, aber manchmal hört der Spaß an der Postmoderne auch auf.
Naja wenn ich recht überlege, gefallen mir die englischen Origianltitel doch noch ein ganz klein wenig besser. Mal ehrlich: "Küsst du noch, oder beißt du schon?"
Weder noch, nur am kotzen.*


*Und so schließt sich der Kreis (zum Titel), in diesem doch ziemlich konfusen Text.



Donnerstag, 29. Oktober 2009

IÜV: Rock Radio irgendwas -- UPDATE!

...ich weiß, ich weiß, nicht nur diese Kategorie, nein! das ganze Weblog! Sträflich vernachlässigt!
Nach einem mehrmonatigen Aufenthalt in Tibet, der Westsahara, Grönland und Castrop-Rauxel -- zwecks spiritueller und anderweitiger Selbstfindung (und Briefwahl) meld ich mich mal (kurz) zurück.

Der Film, der im Original "The Boat that Rocked" auf "Deutsch" aber "Radio Rock Revolution" heißt, war ja schon beim ersten Post in dieser Kategorie ein Thema. Ist übrigens immer noch nicht in amerikanischen Kinos angelaufen. Aber in Deutschland ebenso wie in seinem Britischen Herkunftsland gibt's ihn schon auf DVD. Seltsam? Seltsam.

Gesehen hab ich ihn nicht, der Trailer schreckte mich schon ab. Bevor der Film in 2 Wochen in den amerikanischen Kinos läuft, wurde heftig daran rumgeschnitten, da er wohl viel zu lang war.
Und wisst Ihr was? Nen neuen Titel hat er auch bekommen! "Pirate Radio"!


Sonntag, 26. Juli 2009

Köln kann gar nix

Der vermutlich dümmste Wahlkampf der Welt...





...kann am allerallermeisten:

Freimuth Eigenbier

Mittwoch, 3. Juni 2009

Kinderkinderkinder

Lange schon wollte ich mal darüber auslassen, dass absurderweise Realityformate trotz der voyeuristischen Demütigungsprozesse, welche sie so populär machen, Werbung für sich selbst sind. Nämlich in dem Sinne, dass unter den Zuschauern Menschen sind, die sich bei nächster Gelegenheit gerne demütigen und dabei filmen lassen wollen. Sei es weil sie glauben, sie könnten singen, tanzen oder "laufen" einerseits, oder aber: weil sie selbst mal gerne getauscht werden wollen oder eben zeigen, dass sie mit ihren Kindern oder Finanzen nicht klar kommen. Oder mit den Frauen, oder den Frauen (die Doppelung hatte nen Sinn).
Kann sein, dass das Grundmotiv der exhibitionistischen Selbsterniedrigung einfach nur das ins-Fernsehen-wollen ist. So wie bei den Leuten, die deshalb ihre Probleme in Talkshows früher trugen. Inzwischen dürfen dieselben Menschen in Gerichtsshows Mörder, Vergewaltiger, Drogendealer, schreiende Zeugen und Zahler von Ordnungsgeldern spielen.
Wurst. Also Wurscht.
Eigentliches Thema: die Sendung Erwachsen auf Probe, die im Vorfeld so viel kostenlose PR Kritik von höchster Stelle (von der Leyen!) und überall bekam und jetzt natürlich doch laufen darf.
Das Prinzip ist ja eigentlich schon total breitgetreten aber sei hier noch mal kurz erklärt. Teenager bekommen Kinder um mal an denen zu üben. Hilarity ensues. Wie fast alle erwähnten Formate (Zwegat als einzige Ausnahme) ist das ganze übrigens eine Adaption... einer englischen Show.
Hier stelle ich mir vor allem eine Frage: Welche Eltern geben ihre Kleinkinder und oder Babys dafür her? Vermutlich solche, die vorher lieber mal hätten üben sollen.
Hauptlehre, die die Eltern auf Probe aus der Sendung wohl ziehen werden ist die:
notfalls kann ich das Kind ja für ne Zeit bei RTL abgeben.

Mittwoch, 27. Mai 2009

Äh... Nein.

Seit einigen Monaten verfolge ich mit großer Freude die Daily Show, eine Produktion des amerikanischen Spartenkanals Comedy Central-- eine satirische Nachrichtensendung, welche Montags bis Donnerstags aktuelles Geschehen humorvoll aufbereitet und kommentiert. Das kann bisweilen auch mal albern werden, aber meistens klappt's, und das ganze wird nicht peinlich.


Warum's es so etwas nicht im deutschen Fernsehen gibt? Ganz einfach. Weil's fast nur peinlich werden kann. Gestern abend lief (trotzdem) die "heute show" des ZDF an, welche nicht nur vom Namen, sondern auch von Ablauf, Machart und Dekoration ein eindeutiger Versuch einer Adaption ist (siehe Bild). Und hat geklappt mit dem nicht peinlich sein? Äh... Nein. Leider, leider, ist das Ganze den Formaten RTL-Freitagnachtnews und der Sat.1-Wochenshow näher als dem amerikanischen Vorbild.
Oliver Welke ist kein Jon Stewart, und auch Martin Sonneborn als Korrespondent rettet nicht über den ansonsten bemüht witzigen, ebeny typisch deutsch-comedy-mäßigen Touch der Sendung hinweg. Da müssen, wenn das Johlpublikum es nicht tut, halt eben die Korrespondenten selbst am lautesten lachen.
In Deutschland heißt "Comedy" oft einfach: lustige Frisur, komische Stimme und ebensolches Kostüm. Genau das ist auch das "Erfolgrezept" des Olaf Schubert, der auch angeheuert hat. Der trägt statt seines Pullunders zwar einen Anzug, macht aber eigentlich das was er immer macht: Lange Haare trotz Glatze haben und lustig reden.
Aber vielleicht geht da ja in Zukunft noch was. Einfach mal abwarten.

Die "heute show" lässt sich häppchenweise in der ZDF-Mediathek aufrufen.
SPIEGEL Online fand den Start auch eher mäßig, die Quote war aber wohl ganz okay.

Sonntag, 24. Mai 2009

Zum Thema Eurovision

Zunächst mal ein kurzer Abriss der deutschen Teilnahmegeschichte an dem Wettbewerb, welcher früher einmal Grand Prix de la Chanson hieß, und daher in Deutschland immer noch "Grand Prix" genannt wird. Inzwischen heißt er längst in der allgemeinen Englischseligkeit "Eurovision Song Contest", wobei die Franzosen und andere Francophone wahrscheinlich immer noch Grand Prix de la Chanson dazu sagen.
Seit die Schlagersängerin Nicole 1982 mit dem von ihm geschriebenen Lied "Ein Bisschen Frieden" den Wettbewerb gewann, war Ralph Siegel als deutscher Grand Prix-Komponist gebucht; zumindest glaub ich das irgendwie. (Moment: er hat insgesamt 19 Grand Prix-Songs verfasst, drei mal für Luxemburg, einmal für die Schweiz, dieses Jahr für Montenegro und die übrigen Male für Deutschland, vor Nicole 4mal, danach 9mal)
Sowohl die Punktevergabe im eigentlichen Wettbewerb als auch der Modus der deutschen Vorauswahl veränderte sich, Telefonabstimmung, Juryentscheid, mal so mal so.
Seit dem Sieg 1982 variierte die Platzierung der deutschen Teilnehmer stark, und in den 90ern wurde die Veranstaltung fast nur noch als Witz gesehen. 1998 schließlich gewann der leicht ironische Post-Schlagersänger Guildo Horn mit einem Lied aus der Feder Stefan Raabs (unter dem Pseudonym Alf Igel) und erreichte im eigentlichen Wettbewerb den 7. Platz.
Danach glaubten unter anderem Rudolf Mooshammer und Big Brother-Teilnehmer Slatko am Vorentscheid teilnehmen zu müssen. Raab nahm selbst noch mal teil (2000), und sein Protegé Max Mutzke konnte sich 2004 im deutlich aufgejazzten Vorentscheid (in einer NDR-VIVA-Kooperation) gegen "Popgrößen" aller Couleur durchsetzen (zB. Mia, Westbam, Wonderwall, Laith-Al Deen, Scooter sowie Overground, wer erinnert sich?), leider aber nicht Europa mit seinem Auftritt überzeugen. Danach bewarben sich Pop-Sänger und -gruppen gegen Interpreten mit Schlagerhintergrund im Vorentscheid, wobei sich praktisch immer erstere durchsetzten. Die DSDS-Teilnehmerin Gracia, auch Olli Dietrichs Countryband Texas Lightning oder Schlager-Swinger Roger Cicero konnten nicht überzeugen. Nachdem die erste deutsche Castingband No Angels 2008 mit einem extrem schlechten Auftritt und einem mäßigen Lied vorvorletzter wurden verzichtete der zuständige NDR dieses Jahr ganz auf einen öffentlichen Vorentscheid und schickte den Techno-Produzenten Alex Christensen ("Du hast den schönsten Arsch der Welt") aka. U96 ("Das Boot") ins Rennen -- und der wurde mit dem Sänger Oscar Loya zusammen... genau: vorvorletzter.
Deutschland verbindet mit dem Grand Prix, so sehe ich das, ein ungeheurer Minderwertigkeitskomplex, der wie so oft, mit einer furchtbaren Selbstüberschätzung einher geht. So wurde das schlechte Abschneiden Deutschlands und die Sieger der letzten Jahre in einem perfiden Ausdruck unterschwelligen Fremdenhasses auf osteuropäische Vetternwirtschaft und Punkteschieberei geschoben, aber an der Qualität der Beiträge wurde nie gezweifelt. Schlimmer noch, keine kam auf die Idee einfach mal zu sagen: na und? Nächstes Jahr wird's besser. Wurde es so oder so aber auch nicht. Und das liegt, grob geschätzt daran, dass was in Deutschland gut läuft und populär ist, längst nicht in Europa ankommen muss: Neoswing und Neocountry zum Beispiel.
Zwar schien eine Weile alles zu gut laufen, was ethnisch-tanzmäßig angehaucht war, so die türkische Siegerin Sertab Erener oder die ukrainische Ruslana, doch dann zeigte der Grand Prix sich 2006 von seiner wohl irrsten Seite und die finnische Rockgruppe Lordi, die ihre instrumente nicht live spielen durfte und streng genommen auch gar nicht singt, gewann den Gesangswettbewerb, wohl weil sie einfach mal anders waren. Dieses Jahr schließlich setzte sich ein junger Norweger weißrussicher Herkunft durch, mit einer gefidelten Nummer, für welche man in den 90ern die Kelly Family ausgelacht hätte.
Was lernen wir daraus? Es geht im Eurovision Song Contest um die Show, um den Spaß an der Teilnahme, aber bestimmt nicht um neue Trends oder wirklich gute Musik-- unterm Strich ganz einfach um: GUTE UNTERHALTUNG. Genau die blieb 2009 ein bisschen auf der Strecke, da der spannendste Teil des Abends, die Punktevergabe nämlich, äußerst unspannend, weil deutlich verlief. Unspannend aber aber war auch das deutsche Vorgehen. Christensen im Hinterzimmer auszusuchen, war dumm. Schließlich ist der Vorentscheid eine gute Gelegenheit, eine Superunterhaltungsshow zu machen, aber das kann man wohl beim NDR nicht, zumindest nicht jenseits von Quizsendungen mit Jörg Pilawa.
So groß war die Verzweiflung, man wollte Raab ins Boot holen, was aber scheiterte. Danach diente sich Dieter Bohlen an, und Spiegel Online zimmerte auch noch nen Artikel zusammen, in dem sich Oliver Welke zu Wort meldete (warum?!) und zum dritten Mal die Zitate Raabs verwurstet wurden, die erst morgen im Print-Spiegel erscheinen. Raab wäre wohl zu teuer geworden und Bohlen wird seinen Tipps auch nicht umsonst geben. Ich aber mache das.

Zunächst mal ein Tipp für ne erfolgreiche Nummer. Ein Bollywood-angehauchtes Stück, mit englischem und deutschen Text. Vorgetragen von einer buntgemischten Gruppe, natürlich einige davon mit indischem Hintergrund.
Warum das gut wäre? Nun ja. Es wäre genau peinlich und anbiedernd genug, ein wenig dem Trend hinterher, und es wäre anders. Wenn man da ne gute Nummer zusammenschraubt oder -klaut ist definitiv die Top 5 drin. Aufgepasst, dass uns die Briten da nicht zuvorkommen, schließlich haben die imperial- und kolonialhistorisch bedingt nen Vorteil, da sie eher ne Verbindung zum indischen Kulturraum haben.

Zweiter Tipp, welcher nur bedingt damit zusammenpasst:
Einfach mal versuchen, das Optimum rauszuholen. Statt nur einer mauen Freitagabendshow, oder gar der überhaupt nicht öffentlichkeitswirksamen Hinterzimmerentscheidung eine mehrwöchige Casting-Reihe, die nicht zwingend schlecht von bisherigen Formaten geklaut sein muss. Dazu braucht man bloß Juroren und Coaches die gut in ihrem Fach sind. Man kann sogar Ralph Siegel in die Jury setzen, wenn's sein muss. Aber n richtiges Konzept hab ich noch nicht. Aber lustig wird der Grand Prix bestimmt wieder werden, nächstes Jahr. Trotz allem.

Während dieser Artikel verfasst wurde erschien auch noch diese Klage Christensens über mangelnde Unterstützung durch den NDR.

Montag, 18. Mai 2009

Witzbaukasten

"Verstehe gar nicht, wie der Peymann das schafft, neben der Intendanz usw. auch noch mit der Heidi zusammen so'n Model zu suchen." (Als Beispiel für den folgenden Baukasten)

Anlässlich des nahenden GNTM-Finales schnell dieses unausgearbeitete, äußerst dürre Gerüst eines kalauernden Witzes, mit folgenden Elementen -- hier in Ermangelung einer Ausarbeitung als Baukasten zum selbst zusammenstellen:

Chef des Berliner Ensembles Claus Peymann, Topmodel-Juror (bzw. "Topmodel"-Juror, "Top"-"Model"-"Juror", die Zahl und Platzierung der ironisierenden Lufthäkchen darf man sich selbst aussuchen) Peyman Amin, deren Namensähnlichkeit, bzw. beinahe -gleichheit.

Der zu bastelnde Witz bestünde aus der Vermischung von Populär- und Hochkultur (hier jeweils ein "sogenannt" dazu denken).
Mäßiges Beispiel: s.o.

Woran scheitert's: eigentlich nicht so lustig, ferner hat der Herr Amin keine ordentliche Homepage, komisch für so nen Modelbooker, oder? Und auch keinen eigenen Wikipedia-Artikel. Andererseits, hat man sowas ja auch früher nicht für Witze gebraucht. Also zählt primär der erstgenannte Grund.

Weitermachen!


Freitag, 24. April 2009

In Übersetzung verloren

Lustige neue Kategorie!
Schon mal gewundert über fragwürdige Titelübersetzungen von Filmen und/oder Büchern?
Zum Beispiel darüber, dass "Quantum" seit James Bond ein ersatzloses Lehnwort und kein Fremdwort mehr ist? Ein Bisschen Trost, oder Ein Wenig, oder gar Ein Quäntchen... wäre doch alles drin gewesen, oder nicht? Wohl nicht cool genug.
Wer auch immer dafür zuständig ist, in diesem Bereich wird viel Unfug getrieben. Manchmal ist die Empörung oder die Belustigung auch unberechtigt: der Bond-Film Tomorrow never dies war mit Der Morgen stirbt nie eigentlich ganz treffend übersetzt. Auf Plakaten auch mal Der MORGEN stirbt nie. Der "Morgen" ist nämlich die Zeitung des Bösewichts, und heißt im Original "Tomorrow". Der Bösewicht war aber nicht Hubert Burda und der Satz auf deutsch ergab auch irgendwie keinen richtigen Sinn mehr, da der schöne Klang und die fast poetische Bedeutung beim Übersetzen verloren ging, "lost in translation," wie man auf Englisch und nicht "Neudeutsch" sagt. (Dieser Gleichsetzung von Englisch und "Neudeutsch" widmet sich auch der letztwöchige "Wörterbericht" der ZEIT, ca. 7 Monate nach diesem Blog, aber ich schweife ab.)
Aber um auch mal außerhalb jeglicher Einklammerung abzuschweifen, der Film sollte eigentlich Tomorrow never lies heißen, und so oder so ging auch jegliche Anspielung an den Beatles-Song "Tomorrow never knows" verloren.

So. Nun zur Eröffnung, gleich mal zwei Ausnahmen:
Besonders dämlich sind nämlich Fantasiefremdsprachtitel. Wie zum Beispiel: Radio Rock Revolution. Kaum zu glauben, dass der Film so heißt. Heißt er ja auch nicht. Der heißt The Boat that rocked. Klassischer Fall von nicht zu übersetzendem Wortspiel, schließlich meint das englische Wort "to rock" so viel wie "schaukeln," allerdings erfuhr es einen gewissen Bedeutungswandel.
Aber es muss ja nicht immer Englisch sein. Französisch geht auch (nicht).
Der Film, der auf deutsch als C'est la vie verdummt wurde, trägt im Original den Titel Le premier jour du reste de ta vie -- warum diesen nicht wörtlich übersetzen, in all seiner Klischeehaftigkeit?


Donnerstag, 16. April 2009

She did it


...Angela Merkel hat's geschafft! Gestern trat sie in einer South Park-Folge auf, wenn auch nur kurz. Kann man auf der offiziellen Seite der Serie online streamen-- hier.

Montag, 6. April 2009

Nimm das, Bono!

Ich hab mir vorgenommen, bei nächster Gelegenheit "No Line on the Horizon", das neue Album von U2 illegal runterzuladen, nur ums dann ungehört zu löschen. Ist wie ne CD verbrennen nur ohne dafür Geld zu verschwenden. Superb.

Dienstag, 31. März 2009

Video zu aktuellen Entwicklungen

...zum Rücktritt, bzw. Verzicht auf erneute Kanditatur Ihrer Wahl:

Sonntag, 22. Februar 2009

Gebet

Herr, gib uns Schnitzel
Gib uns Pommes und auch
Jägersoße. Denn, Herr,
Brot gab's lang genug.

Mittwoch, 11. Februar 2009

Wilhelminische Ironie

Als dieser noch Generalsekretär der CSU war, schrieb ich bereits schon mal über den neuen Wirtschaftsminister, Karl-Theodor [....] Freiherr von und zu Guttenberg. Und am Montag gleich noch mal. Während aber viele Medien, darunter nicht nur die BILD-Zeitung, sondern auch SPIEGELonline und die Süddeutsche einem manipulierten Wikipedia-Artikel zum Opfer fielen, und das entscheidende "[...]" nicht korrekt, sondern um einen falschen "Wilhelm" erweitert abdruckten, war der Name wo richtig zu lesen? Genau. Bei mir.

Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Wilhelm Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg

Aber auch nur, weil ich den Namen schon vor Monaten aus dem entsprechenden Artikel kopiert hatte. Krone der Ironie ist aber, dass die TITANIC in ihrer "guten Nachricht vom [gestrigen] Dienstag" auch den überlangen Namen inklusive des schwarzen Peters benutzte. Aber ironisch ist das nur weil..., oder vielleicht auch gar nicht, schließlich belegt es ja das Modell der Informationsgesellschaft, welches das endgültige Satiremagazin unlängst präsentierte:
Wikipedia zitiert aus der Presse, Presse schreibt ab von Wikipedia usw.


Montag, 9. Februar 2009

Neuigkeiten diese Woche

Kabel1 zeigt heute abend "Stop! Oder meine Mami schießt!" -- bekanntlich ein Karrierehöhepunkt Sylvester Stallones und einer der "besten Filme aller Zeiten."

Der Mann mit dem furchtbar langen Namen, genau:
Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg
wird wohl bald neuer Wirtschaftminister. Aber er wird da wohl auch seinen Künstlernamen "Karl-Theodor zu Guttenberg" benutzen. Pffff.

PS.: Stallone mag den Film so gern, er verteilt Geld, wenn man ihn drauf anspricht. Naja, so ähnlich. Er gibt einem wohl das Geld für die Kinokarten zurück. Aber das ist doch was Gutes, oder?

Freitag, 6. Februar 2009

Was haben Lily Allen und Rudolf Heß gemeinsam?

...das haben sie außerdem noch Mark Wahlberg, sowie die fiktiven Figuren Krusty the Clown und Chandler Bing gemeinsam.
Den sogenannenten "third nipple"... kling einfach besser als "dritte Brustwarze." Während mir keine Bilder von Heß vorliegen, gibt's gleich mehrere Videos, in denen Lily Allen ihren bereitwillig präsentiert.
Zu diesem Phänomen gibt's auch (bisher) keinen deutschen Wikipedia-Eintrag, aber einen englischen, spanischen, russischen und japanischen. Interessant, schließlich soll jeder 18te drei oder mehr Nippel haben. Da müssten doch auch n paar deutsche Wikipedia-Autoren dabei sein.




Dienstag, 27. Januar 2009

RIP Updike

Das hat hier ja mal gar nichts zu suchen, aber da ich heute noch mal über dieses Sonett von John Updike stolperte und dann in der Tagesschau hörte er sei verstorben, wusste ich, das muss ich posten: