Was passiert hier?

Freimuth Eigenbier gibt unaufgefordert Tipps, macht manchmal Cartoons, fotografiert wild in der Gegend rum und ist ferner ein Genie der Alltagslyrik. Kann auch vorkommen, dass er von sich selbst oder über Medienkram schreibt.

Montag, 24. März 2008

Donnerstag, 13. März 2008

Hypothetisches Szenario

Lägen in den sanitären Einrichtungen diverser Etablissements Gästebücher aus, so könnte man zum Beispiel solches dort niederschreiben:
"Das war das schönste Plastikefeu, welches ich jemals hinter einen Spiegel über einem Waschbecken geklemmt sah. Wirklich. Gerne werde ich wiederkommen, dieses Grün in seiner Ewigkeit und Zeitlosigkeit zu bewundern."

Sonntag, 2. März 2008

"...mit dem Zweiten sinkt man besser"

"In der heutigen Ostsee-Folge des "Traumschiff" (20.15h, ZDF) ist wieder einiges los. Menschliches Drama vor aufregend maritimer Kulisse, von Gotenhafen nach Kiel ist die geplante Route. Höhepunkt ist die Unterwasser-Show der russischen Feuerwerker..." Ach nee. Ist erstens nicht soo lustig und außerdem ist dieser Vergleich anderen auch schon eingefallen (siehe unten, Link folgt). Dass zumindest der erste Teil auf dem Sendeplatz läuft, der sonst dem "Traumschiff" vorbehalten ist, zwingt aber zu solcherlei böser Witzischkeit.
Wie auch immer, heute abend geht im Fernsehen "Die Gustloff" unter, und mit ihr hoffentlich Heiner Lauterbach, Kai Wiesinger und Francis Fulton-Smith (wer öfter sonntags ZDF schaut, bekommt also ein bekanntes, Pilcher-geprüftes Gesicht).
Ob der Film nun Opfermacherei ist, und damit revisionistisch und Holocaust-relativierend, und ob man das auch Grass für seinen "Krebsgang" vorwerfen kann, soll, will ... ist mir zwar nicht schnurz, aber wenigstens schnuppe. Interessant ist das drumrum und tam-tam aber alle mal. Wie der Vilsmaier-Film ist kann ich jetzt natürlich nicht sagen, der läuft ja auch erst um acht, ich will den geneigten Leser allerdings auf zwei Rezensionen hinweisen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Evelyn Finger wundert sich, "dass Guido Knopps Geschichtswerkstatt einmal einen konsequent antirevisionistischen Antikriegsfilm über das Ende des Dritten Reichs produzieren [kann]. Ausgerechnet der Untergang der 'Wilhelm Gustloff', des berühmten Passagierdampfers, der am 30. Januar 1945 in der Ostsee sank, ist jetzt ohne jede nationale Selbstgerechtigkeit verfilmt worden."
(...in der Wochenschau der aktuellen ZEIT, ebenso online)
Gehen wir mal davon aus, dass Frau Finger den Film gesehen hat und lesen andernorts weiter.
Christian Buß schreibt für SPIEGEL-online, dass "die schlimmste Schiffskatastrophe aller Zeiten gerade groß genug [sei], um noch einmal jenes alte Lied anzustimmen, nach dem ein paar perfide Nazis ihre Leute in den Untergang getrieben haben." Vilsmaiers Film setze ein "schiefes Sinnbild in Szene [...]: Da säuft ein Volk von Unschuldigen ab."
Streng genommen kann diese diametrale Opposition der zwei Artikel nur naive Gemüter in Staunen versetzen, die denken, es gäbe so etwas wie eine einzige absolute Wahrheit; die gibt's nämlich nicht. (Aber glauben Sie das jetzt nicht einfach so, schließlich steht's ja nur irgendwo im Internet.)
Es ist aber auch schön, wie weit die Diskrepanz geht. Finger findet nämlich den Fernsehfilm "Dresden" genauso schlimm wie "Untergang", und "Flucht" und sieht alle als Teil eines "Exzess[es] des Selbstmitleids".
Buß hingegen findet:
"[...] Wo das grandiose Kriegsmelodram 'Dresden' vor dem Hintergrund des britischen Bombardements feinnervig von der faschistischen Durchdringung auch kleinster sozialer Zellen berichtete, perlt sämtlicher ideologischer Schmutz an den guten Deutschen auf der 'Gustloff' ab."
Ich gehe trotz allem davon aus, dass beide den gleichen Film gesehen haben. Aber wer die Überschrift des Buß-Artikel gewählt hat, dem gehört wirklich auf die Finger gehauen. Aus dem letzten Satz, "Tut-tut, hier kommt der Antifa-Dampfer" wird nämlich "...Opfer-Dampfer". Frau Finger aber wackelt auch erheblich, Buße würde ich nur der lustigen Konstruktion wegen von ihr fordern (Buß, Finger, Finger, Buße... hahaha). Berühmt ist die Gustloff aber nicht, ebenso wenig die "deutsche Titanic" (Buß). Und ebenso wenig war die Gustloff bzw. ihr Untergang jemals ein Tabu. Daran, dass jeder die Titanic, aber kaum jemand (auch nur in Deutschland) die Gustloff kennt, wird auch dieser Film nichts, aber auch gar nichts ändern. Das wäre auch nicht anders, wäre statt Wiesinger diCaprio an Bord (der heißt übrigens auch Wilhelm)-- allerhöchstens werden in zehn, zwanzig Jahren die Nachgewachsenen auf das jeweilige Stichwort (Titanic oder Gustloff oder auch Stauffenberg) sagen, "Da gab's doch mal 'nen Film" -- Schwimmwesten an, und nach der Tagesschau schön aufs Zweite geschaltet, denn mit dem Zweiten sinkt man besser. Leinen los! bzw. Torpedo-Rohre frei.

Sonntag, 24. Februar 2008

Affentheater! Affentheater!

Politische Talkshows sind ja an sich n ziemlicher Käse. Anne Will ist auch nicht viel besser oder sehr anders als Sabine Christiansen es war. Naja. Will trägt Hosenanzug statt Kostümchen mit Rock. Aber in der heutigen Sendung, die gerade noch läuft, wird dem Format, dem Genre wieder mal eine weitere Krone aufgesetzt. Bunte Runde mit tollem Thema: "Sag niemals nie: Die Linke wird salonfähig"-- zu Gast: Hintze, ja der Hintze!, der Trittin!, Klaus von Dohnanyi, Bodo Ramelow, Erwin Huber (trotz der Sprachbarriere!)-- und man halte sich fest: Michael Stich! Die meiste Zeit ging's dermaßen drunter und drüber, wäre ich Anne Will, ich wäre gegangen. Hintze war mit 'nem Ausdruck des Parteiprogramms der PDS in der Tasche gekommen (ja, echt!) und wollte das Anne Will zustecken. Man sprach durcheinander und an einander vorbei wie immer, nur schlimmer (zum Titel, übrigens, ein Link)-- Rote Socken! Schuldzuweisungen!
Höhepunkt des Abends: Michael Stich sagt was kluges (mehrfach), nachdem die Bildregie ihn geschickt aus der Sendung gehalten hat-- und zum Thema war es auch.
Man markiere sich folgende Wiederholungstermine im Fernsehprogramm:

NDR: Mo 05.50 Uhr
MDR: Mo 09.55 Uhr
Phoenix: Mo 10.00 Uhr
EinsExtra: Mo 20.15 Uhr
RBB: Di 00.40 Uhr
EinsExtra: Di 08.00 Uhr
HR: Di 08.55 Uhr

Freitag, 15. Februar 2008

Obacht! Erkenntnis lauert hinter jeder Ecke!

Nach der jüngsten Ausgabe des Stefan Raabschen Sangeswettbewerb, dem "Bundesvision Song Contest", lässt sich indirekt, nämlich mit Hilfe von SPIEGEL Online, feststellen, dass die Ex-DDR das Osteuropa der Bundesrepublik ist. Überrascht? Nein? Ich auch nicht.

Und wo ich schon bei SPIEGEL Online bin, irgendwie, noch was: da las ich heute morgen außerdem, dass das Handelsblatt meldete, Klaus Zumwinkel sei nur der erste einer Reihe bekannter und reicher Deutscher, die in Liechtenstein Geld am Fiskus vorbei gebunkert hätten. Warnt da das Handelsblatt seine Abonnenten? (Zu faul für nen Link)

Wie kommt eigentlich das "e" hinter das "i" in Liechtenstein?

Außerdem: nur eine Million? Das ist doch doof, wenn man so viel verdient kann man doch eine lumpige Million noch regulär versteuern, wa?

Was ganz anderes: schon mal drüber nachgedacht, wieviel Auswurf Loki und Helmut Schmidt jeden Morgen erhusten müssen? Nein? Ist auch nicht schön, damit seine Zeit zu verbringen. Gute Nacht allerseits! Morgen ist, wie befürchtet, ein neuer Tag!

Freitag, 8. Februar 2008

Kleine Lektion in Sachen Nachrichtenpolitik

Na? Mitbekommen, dass Israel militärisch im Gaza-Streifen aktiv geworden ist? Nein?
Könnte daran liegen, dass in den USA wahlgekämpft wird, in Ludwigshafen pünktlich vorm Staatsbesuch des türkischen Premiers Erdoğan in Deutschland ein von türkischen Familien bewohntes Haus abbrannte und auch sonst genug los ist (Bahnstreik, Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst, Hessen-Wahl-Nachwehen inkl. Veränderungen in der Parteienlandschaft etc. usw. usf.)